Das Zelt

Auf Radreisen ist das Zelt das Zuhause und damit kommt diesem Ausrüstungsgegenstand große Bedeutung zu.

Bei der Auswahl ist im Speziellen ist auf folgende Merkmale zu achten:

  • Gewicht
  • Material und Wasserdichtheit (Wassersäule)
  • Gestänge
  • Geometrie und Windstabilität

Gewicht: Ein Einpersonenzelt (ohne Heringe) sollte nicht mehr als 2 kg wiegen. Das ist der Ultralightbereich – hier ist auf ausreichende Stabilität zu achten. Bei gleichbleibender Qualität gilt: je leichter umso teurer.

Wasserdichtheit: Wird technisch als mm-Wassersäule ausgedrückt und sagt aus, wie hoch das Wasser auf einer Fläche des Zeltmaterials stehen darf, bevor es Wasser durchlässt. Umso höher der Wert, desto besser. In der Regel weist der Zeltboden eine höhere mm-Wassersäule auf als das Zeltdach. 10.000mm dürfen es da schon sein. Ein Zeltdach mit Polyurethan- (PU) Beschichtung kommt typischerweise auf 4.000mm. Silikonbeschichtungen sind das Non-plus-Ultra, kommen auf noch höhere Werte und sind sehr dünn und somit leichtgewichtig.

Gestänge: Das Gestänge muss in erster Linie stabil sein. Hier ist die Auswahl leicht: Aluminium.  Billige Zelte haben oft Kohlefasergestänge – hiervon rate ich ab.

Windstabilität: Gleich vorweg – kein Zelt wird einem Orkan standhalten! Aber es gibt durchaus Zelte, welche sehr hohe Windgeschwindigkeiten abkönnen. Hier ist, neben den Abspannmöglichkeiten, die Geometrie entscheidend. Grob kommen für mich zwei Typen in Frage: Tunnelzelt oder Kuppelzelt. Tunnelzelte sind stabiler, Kuppelzelte komfortabler.

Auch wenn jetzt viele sagen werden „Komfort sei doch nur etwas für Warmduscher und die haben in der freien Natur sowieso nichts verloren“, denke ich, dass gerade bei unwirtlichen Bedingungen die psychologische Komponente nicht zu unterschätzen ist. Zwei Regentage in einem super-windstabilen 60cm hohen Tunnelzelt ausharren – denke, da wird das Heimweh groß :)Tipp: Etwas Zeit in die Suche nach einem etwas windgeschützten Platz investieren – da hat man mit einem Kuppelzelt auch kein Problem.

Ich besitze zwei Zelte. Das Jack Wolfskin Gossamer und das Vaude Hogan Ultralight:

Jack Wolfskin Gossamer:  Tunnelzelt, 1,75 kg, günstig, robust, PU-Beschichtung, Alu-Gestänge, vermutlich sehr windstabil (kaum Seitenfläche) – wird mit vielen Heringen auf dem Boden „festgetackert“. Man kann nicht darin sitzen – ideal nur für kurze Touren bei denen man nicht lange im Zelt abwettern muss.

Vaude Hogan Ultralight: Kuppelzelt, 1,80 kg, günstig, silikonisiertes Nylon, Alu-Gestänge, relativ windstabil (Eingang nicht gegen den Wind aufstellen!), ausreichend Abspannmöglichkeiten. Dieses Zelt verwende ich zur Zeit für meine mehrwöchigen Radtouren. Man kann darin sitzen – das Komfortplus. Hat mich bisher nie im Stich gelassen.